Digitale Souveränität für den Mittelstand
Die Tablets im Außendienst aus China, die Cloud-Lösung aus den USA, Chips für die Prozesssteuerung aus Taiwan oder Industrieroboter in der Produktion aus Südkorea: Auch kleine und mittlere Unternehmen sind stark abhängig von digitalen Technologien und Leistungen aus dem Ausland.
Aktuell sehen sich neun von zehn Unternehmen digital abhängig von digitalen Technologien und Leistungen aus dem Ausland. Das geht aus einer aktuellen Befragung des Digitalverbandes bitkom hervor. Die Ergebnisse wurden im Vorfeld des Gipfels zur europäischen digitalen Souveränität am 18. November 2025 in Berlin veröffentlicht. Zur bikom-Pressemitteilung
Demnach kommt kaum ein Unternehmen in Deutschland ohne den Import digitaler Technologien und Leistungen aus (96 Prozent). Ganz oben stehen Endgeräte wie Smartphones oder Notebooks, die 93 Prozent der Unternehmen importieren. Digitale Bauteile bzw. Hardware-Komponenten wie Chips, Halbleiter oder Sensoren beziehen 74 Prozent, Software-Anwendungen 72 Prozent und Cybersicherheits-Anwendungen wie Firewalls 67 Prozent aus dem Ausland. Digitale Geräte und Maschinen, etwa für die Produktion, importieren 60 Prozent der Unternehmen. Digitale Dienstleistungen wie Programmierung von Apps oder IT-Beratung beziehen 41 Prozent von außerhalb Deutschlands. Ein sehr kleiner Anteil der Unternehmen (3 Prozent) weiß teilweise nicht, ob und welche Technologien aus dem Ausland bezogen werden.
Vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen und damit einhergehender Risiken wie Lieferengpässe gewinnt das Thema digitale Souveränität auch für kleine und mittlere Unternehmen zunehmend an Bedeutung. Die aktuelle bitkom-Studie zeigt: Viele Unternehmen in Deutschland sind heute noch weit davon entfernt. Fast alle importieren digitale Geräte, Software oder IT-Sicherheitslösungen aus dem Ausland – vor allem aus den USA und aus China. Fällt einer dieser Lieferwege aus, hätten viele Firmen schnell große Probleme. Außerdem fehlt es oft an europäischen Alternativen und an eigener Produktion wichtiger Technologien.
Um digital souveräner zu werden, können Unternehmen mehrere Schritte gehen:
- Lieferketten breiter aufstellen: Digitale Produkte nicht nur aus einem Land beziehen, sondern verschiedene, zuverlässige Partner auswählen – idealerweise auch europäische Anbieter.
- Eigene Kompetenzen stärken: In wichtige Zukunftstechnologien investieren, zum Beispiel Cloud, IT-Sicherheit oder KI, und mehr eigenes Know-how aufbauen.
- Sichere und europäische Infrastruktur nutzen: Etwa durch den Einsatz souveräner Cloud-Dienste oder Rechenzentren in Europa.
- Risiken früh erkennen: Abhängigkeiten prüfen und Notfallpläne entwickeln, falls Lieferungen ausfallen oder geopolitische Krisen entstehen.
Zur Bitkom-Studie „Europas Weg in die digitale Souveränität“
Unterstützung für Ihr Unternehmen
Digitale Souveränität hilft Unternehmen, unabhängiger, sicherer und langfristig wettbewerbsfähiger zu werden. Sie schützt vor externen Risiken – und schafft mehr Kontrolle über die eigene digitale Zukunft.
Die Zentren des Netzwerks Mittelstand-Digital haben die Dringlichkeit des Themas erkannt und erarbeiten aktuell neue Informations- und Veranstaltungsformate, um KMU zu unterstützen, sich digital souverän aufzustellen. Die Veranstaltungen zielen darauf ab, das Thema systematisch angehen zu können:
- Handlungsebene: Grad der Souveränität ermitteln
- Perspektivebene: Unternehmensbezogene Möglichkeiten festlegen
- Themenebene: Schwerpunkte priorisieren
Am Rande eines Netzwerktreffens Anfang Dezember 2025 in Garching bei München wurde eine Arbeitsgruppe dazu ins Leben gerufen. Erste Angebote mit Fokus auf das Thema digitale Souveränität und speziell an den Bedürfnissen mittelständischer Unternehmen ausgerichtet finden Sie im Veranstaltungskalender unter www.mittelstand-digital.de.
Bei Fragen sprechen Sie uns gern an: kontakt@mdz-sk.de.