Digitaler Produktpass: Transparente Darstellung relevanter Daten im Faser-zu-Faser-Recyclling
Transparenz über den gesamten Lebenszyklus eines Produktes zu schaffen – das ist das Ziel des Digitalen Produktpass (DPP), der voraussichtlich 2027 in Deutschland für erste Produktgruppen verpflichtend ist. Zu den priorisierten Produkten gehören neben Batterien und elektronischen Geräten auch Textilien und Schuhe.
Das fränkische Startup wagner+thummerer gmbh (TURNS) hat sich in den vergangenen Monaten auf mögliche Anforderungen durch einen Digitalen Produktpass vorbereitet. Das junge Unternehmen aus Ansbach bietet eine Full-Service-Dienstleistung für zirkuläres Altkleidermanagement an. Die Lieferkette des Faser-zu-Faser-Recyclings sollte nicht nur für interne Zwecke, sondern auch für die Öffentlichkeitsarbeit transparent aufbereitet werden. Dabei wurde es vom Mittelstand-Digital Zentrum Franken und dem Mittelstand-Digital Zentrum Smarte Kreisläufe unterstützt.
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Im Rahmen des Projekts wurden relevanten Stationen der Lieferkette analysiert: von der Sammlung und Sortierung ausgemusterter Textilien über das Recycling bis hin zum Spinnen neuer Garne und Weben neuer textiler Flächen. Gemeinsam mit dem Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen University (ITA), ein Partner des Mittelstand-Digital Zentrums Smarte Kreisläufe, wurde untersucht, welche Daten an diesen Stationen erhoben und für den Digitalen Produktpass genutzt werden können. Im Fokus standen Mengenangaben genutzter Ressourcen (Energie, Wasser und Chemikalien), die für die Berechnung von CO₂- und Wasserfußabdruck relevant sind.
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Im weiteren Verlauf des Projekts ist eine Web-Anwendung (in Form eines Konfigurators) zu den Stufen der Wertschöpfungskette entstanden, aus dem für Kunden und Konsumenten beispielsweise ersichtlich ist, wo genutzte Textilien herkommen und wo sie verarbeitet werden. Informationen zur Materialienzusammensetzung der Altkleider und zu Sortierungskriterien stehen ebenso bereit wie die Höhe des ca. eingesparten CO2-Verbrauchs. An entscheidenden Lieferkettenstufen wurden zudem hochwertige 360-Grad-Aufnahmen vor Ort erstellt.
Der entstandene Konfigurator, der vom Mittelstand-Digital Zentrum Franken konzipiert und mit einem lokalen Software-Unternehmen umgesetzt wurde, konnte dem Startup zum Projektabschluss übergeben werden. Das Startup wird nun den Konfigurator mit Echtdaten befüllen und in seine Unternehmenswebsite integrieren.
Hier geht es zum Flyer zum Digitalisierungsprojekt.