Mit KI den Mangel an geschultem Fachpersonal kompensieren
Die Qualitätskontrolle ist integraler Bestandteil des Produktionsprozesses – das gilt für nahezu alle Branchen. Die Waren werden von geschultem Personal gesichtet oder auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft. Wenn Kleidung gewaschen oder getragen wird, reiben die Fasern aneinander. Brechen diese ab und rollen sich zusammen, bilden sie häufig kleine Knötchen, das sogenannte Pilling. Passiert das nur in geringem Maße ist das ein Zeichen von Qualität.
Das Unternehmen PPT GmbH & Co. KG ist Anbieter von Geräten, die unter anderem in speziellen Laboren eingesetzt werden, um Textilproben darauf zu prüfen. Um Produzenten die Möglichkeit zu geben, diese Arbeit bereits im eigenen Unternehmen durchzuführen, hat Lutz Gerold, Head of Sales Germany des KMU bereits begonnen, ein Verfahren zu entwickeln, mit dem das Pillingverhalten von Textilien digital beurteilt werden kann. Viele Schritte werden dabei noch manuell durchgeführt: die Digitalisierung der Muster, die Bildberechnungen und -auswertungen. Die Daten mussten auch händisch für das neuronale Netzwerk (KI) aufbereitet und daran übergeben werden. All das entsprach bislang eher einem Prototyp-Entwicklungsstand.
In einem gemeinsamen Projekt mit dem Mittelstand-Digital Zentrum Smarte Kreisläufe und dessen Partner, dem Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen University (ITA) möchte sich das Unternehmen nun dabei unterstützen lassen, ein Konzept aufzusetzen, um das Verfahren nicht nur vollständig zu digitalisieren. Der gesamte Prozess soll dabei auch automatisiert ausgeführt werden.
Das Projektteam hat die Arbeit in vier Teilbereiche gegliedert: Zum einen müssen alle technischen Komponenten mit dem Computersystem kommunizieren. Dieser Schritt wurde bereits erfolgreich umgesetzt. Auch wurden die bestehenden Programme vollständig überarbeitet, neu strukturiert und miteinander verknüpft. Sie bilden nun eine stabile und durchgängige Basis, um die Stabilität, Effizienz und Wartbarkeit des Systems zu erhöhen. Mit neuen Funktionen können künftig Systemeinstellungen und Dateien einfacher verwaltet sowie Fehler systematisch erfasst werden. Die neue intuitive Benutzeroberfläche führt Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess. In Echtzeit erhält das Personal den Status der Kontrolle und sämtliche Rückmeldungen aus dem System.
>>>Lesen Sie auch: Textile Pillingproben mit Hilfe künstlicher Intelligenz automatisch und objektiv beurteilen
Aktuell werden alle notwendigen Schritte bereits per einfachem Knopfdruck ausgelöst. Als nächstes wird die Künstliche Intelligenz in die Benutzeroberfläche integriert, um den gesamten Prozess vollständig zu automatisieren. Im Rahmen dieses Arbeitsschritts wird zunächst geprüft, welches KI-System sich am besten für das Vorhaben eignet, um in das bestehende System eingebunden zu werden. Ziel dieses Projekts wird es sein, textile Muster durchgängig, zuverlässig und objektiv zu bewerten. Langfristig könnte das Konzept auch in anderen Branchen angewendet werden, in denen visuelle Qualitätskontrollen eine Rolle spielen.
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