Mit Künstlicher Intelligenz zu nachhaltigen Verbundwerkstoffen
Ob in Bootsrümpfen, Bauplatten oder Autokarosserien - die Kombination von zwei oder mehr Materialien, etwa Glasfaser, Basalt oder Kohlenstofffasern, sorgt für leichte Produkte mit hoher Nutzungsdauer. Die richtige Materialauswahl für so genannte Verbundwerkstoffe ist entscheidend für deren einzigartigen Eigenschaften und hohe Langlebigkeit.
Die Firma FACTICS aus dem hessischen Oberzent hat sich darauf spezialisiert, bekannte Verfahren in der Herstellung von Verbundbauteilen mit neuen, nachhaltigen Materialien, Faserwerkstoffen und Polymeren abzustimmen. Die neuen Materialzusammensetzungen ermöglichen einen Einsatz der Bauteile in verschiedenen Bereichen, z. B. in akustisch wirksamen Wandverkleidungen oder als Wandsysteme mit integrierten Energie-, Wärme- und Wasserspeichermöglichkeiten.
Der Herstellung neuartiger Materialien und Funktionalitäten geht eine aufwendige Suche nach den passenden Prozessparametern voraus. Kommen nachhaltige Werkstoffe wie Naturfasern ins Spiel, ist die Prozessüberwachung noch aufwendiger, da hier mit großen Eigenschaftsschwankungen gearbeitet und Prozesse daraufhin angepasst werden müssen.
Um den Herstellungsprozess von Composite-Bauteilen aus nachhaltigen Werkstoffen zu optimieren, möchte das Unternehmen gezielt KI-gestützte Prozesse in den Workflow integrieren. Dazu hat sich FACTICS an die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung (DITF) in Denkendorf, ein Partner im Mittelstand-Digital Zentrum Smarte Kreisläufe, gewandt. In der Zusammenarbeit soll ebenfalls geprüft werden, wie die bestehenden Datenschnittstellen zu Kunden und Lieferanten für einen automatisierten Informationsfluss effizient aufgesetzt werden können. Designs und Modelldaten sollen so zukünftig noch einfacher geteilt und überprüft werden können.
In einem Auftaktworkshop im August in Denkendorf wurden mögliche Einsatzfelder von Künstlicher Intelligenz im Unternehmen und deren Potenziale aufgeführt und einzeln bewertet. Um das Unternehmen KI-ready zu machen, wurden verschiedene Ansatzpunkte wie der Einsatz von Sensortechnik, die digitale Prozessabbildung und die Einführung von automatisierbaren digitalen Datenformaten und automatisierten Machbarkeitschecks diskutiert und nächste Schritte für das Unternehmen abgeleitet.
In einem weiteren Schritt sollen nun konkrete Umsetzungsstrategien anhand von durchgeführten Fertigungen und eingesetzter Prozesstechnik erarbeitet und überprüft werden, ob diese die gewünschte Lösung unterstützen.
Wird die Herausforderung gelöst, können durch den Einsatz von KI langfristig Fehlerraten reduziert werden. Zudem können durch eine verbesserte Kommunikation mit Kunden und Lieferanten bessere Produkteigenschaften erzielt und somit eine höhere Bauteillebensdauer erreicht werden.
Unternehmensdaten für den KI-Einsatz fit machen
Am 2. September startet das Mittelstand-Digital Zentrum Smarte Kreisläufe die Webinar-Reihe „Unternehmensdaten für KI – strukturieren, vernetzen und intelligent nutzen“. In fünf einstündigen Online-Veranstaltungen im September und Oktober erhalten die Teilnehmenden nicht nur einen Überblick über aktuelle Entwicklungen beim Digitalen Produktpass oder sinnvolle Konzepte zu Daten-Architekturen. Jeder Termin bietet außerdem Einblicke in praktische Beispiele und stellt konkrete Handlungsmöglichkeiten vor, um sich als Unternehmen gezielt mit seiner Dateninfrastruktur zu befassen und sichere Datenräume aufzubauen. Zudem bieten die Online-Seminare ausreichend Zeit zum aktiven Austausch zwischen Teilnehmenden und Referenten.