Von der Datenanalyse zur KI-Anwendung
Der erfolgreiche Einsatz von Künstlicher Intelligenz beginnt nicht mit der Auswahl eines KI-Tools, sondern mit einer durchdachten Datenstrategie. Denn: Künstliche Intelligenz kann Unternehmen insbesondere dort unterstützen, wo große Datenmengen verarbeitet und wiederkehrende Aufgaben erledigt werden. Damit KI jedoch zuverlässige Ergebnisse liefert, braucht sie eine strukturierte und qualitativ hochwertige Datenbasis.
Genau hier setzte das gemeinsame Projekt des Tübinger Textilherstellers Rökona und der Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung (DITF) Denkendorf, einem Partner des Mittelstand-Digital Zentrums Smarte Kreisläufe, an.
Ziel des Projekts war es, die Voraussetzungen für den zukünftigen Einsatz von KI im ERP-System zu schaffen. Als erster Anwendungsfall wurde die Angebotskalkulation ausgewählt – ein Bereich, in dem große Datenmengen verarbeitet werden und KI künftig Mitarbeitende bei der Entscheidungsfindung unterstützen kann.
Das Projekt zur KI-gestützten Angebotskalkulation hat bei Rökona wichtige Impulse über den ursprünglichen Anwendungsfall hinaus gesetzt. Im Abschlusstreffen wurde deutlich: Nicht jede gewachsene Datenstruktur muss unverändert in eine automatisierte Lösung überführt werden.
Im internen Austausch prüfte das Unternehmen daher kritisch die bisher genutzte, über Jahre gewachsene Kalkulationsstruktur. Sie bildet viele Informationen und Sonderfälle ab und ist dadurch sehr komplex geworden. Für die Erstellung eines neuen Angebots werden nicht immer sämtliche darin enthaltenen Daten benötigt. Eine direkte Übertragung dieser Struktur in eine KI-Anwendung wäre deshalb nicht zwingend der nutzerfreundlichste oder effizienteste Weg.
Stattdessen verfolgt Rökona nun einen praxisnahen Ansatz: Auf Grundlage vorhandener Kalkulationen soll mit generativer KI ein intuitiv bedienbares Werkzeug entstehen. Über klar strukturierte Eingabemasken sollen Mitarbeitende die für ein Angebot relevanten Informationen erfassen und schneller zu einer fundierten Kalkulation gelangen.
Besonders wertvoll ist jedoch eine weitere Entwicklung, die das Projekt angestoßen hat: Mitarbeitende aus unterschiedlichen Abteilungen haben sich intensiver über Daten, Prozesse und mögliche Einsatzfelder von KI ausgetauscht. Daraus ist der Entschluss entstanden, eine unternehmensweite KI-Strategie zu entwickeln und schrittweise umzusetzen.
Im Zuge dessen hat sich ein engagiertes Team in der IT formiert, das die Entwicklung aktiv vorantreibt und KI-Kompetenz im gesamten Unternehmen aufbauen möchte.
Das Projekt zeigt damit: Ein klar abgegrenzter Pilot kann weitreichende Veränderungen auslösen. Aus der Frage, wie sich Angebotskalkulationen beschleunigen lassen, ist bei Rökona ein strategischer Prozess entstanden, der den langfristigen und verantwortungsvollen Einsatz von KI im Unternehmen vorbereitet.
Hier geht es zum Flyer zum Digitalisierungsprojekt.