Wie neue Ideen in smarte Kreisläufe kommen: Startups und Forschung auf der Neo.Fashion.2026
Was braucht die Modebranche, damit nachhaltige und digitale Innovationen schneller in die Praxis kommen? Diese Frage stand nicht ausdrücklich über der Neo.Fashion.2026, war aber an vielen Stellen spürbar: dort, wo junge Gestalter und Gestalterinnen auf Forschung treffen, wo Startups neue Lösungen vorstellen und wo sichtbar wird, dass Kreislaufwirtschaft und Digitalisierung nicht nur strategische Ziele sind, sondern konkrete Anwendungen, Materialien, Prozesse und Partnerschaften brauchen.
Auf der Neo.Fashion.2026 wurde deutlich, wie wichtig solche Verbindungen für die Zukunft der Textil- und Modebranche sind. Im Rahmen des Next.Level.Network.-Marktplatzes kamen Nachwuchstalente, Unternehmen, Startups und Forschungseinrichtungen zusammen. Für das Mittelstand-Digital Zentrum Smarte Kreisläufe ist genau dieser Austausch ein wichtiger Anknüpfungspunkt: Denn smarte Kreisläufe entstehen nicht allein durch einzelne Technologien. Sie entstehen dort, wo neue Ideen mit konkreten Bedarfen aus der Praxis zusammengebracht werden.
Die beteiligten Startups zeigten, wie Innovationen den Weg in die Anwendung finden können. ADOTC präsentierte Ansätze für textile Automatisierung und vernetzte Roboterzellen. Die Schlei Schneiderei stellte eine digitale Smart-Manufaktur für regionale Textilproduktion vor. OMIMAI zeigte, wie industrielle Standards mit lokalem Handwerk verbunden werden können, um persönliche Mode nach Maß ab Stückzahl 1 zu ermöglichen. Das Good Garment Collective begleitet Fashion-Startups und Labels auf dem Weg bis zum marktreifen Produkt.
Diese Beispiele zeigen unterschiedliche Perspektiven auf eine zentrale Herausforderung: Wie können textile und modische Wertschöpfungsketten flexibler, digitaler und ressourcenschonender gestaltet werden? Automatisierung kann Prozesse effizienter machen. Digitale und regionale Produktionsmodelle können neue Wege für kleinere Serien, individuelle Produkte und kürzere Wege eröffnen. Maßfertigung kann helfen, bedarfsgerechter zu produzieren. Und die Begleitung junger Labels kann dazu beitragen, nachhaltige und marktfähige Produktideen früher in professionelle Strukturen zu bringen.
Damit aus solchen Ideen konkrete Schritte werden, braucht es jedoch mehr als Sichtbarkeit. Gerade kleine und mittlere Unternehmen benötigen Orientierung: Welche Technologien sind bereits anwendbar? Welche Lösungen passen zu den eigenen Prozessen? Welche Partner können bei einem ersten Pilotprojekt unterstützen? Genau hier setzt die Arbeit des Mittelstand-Digital Zentrums Smarte Kreisläufe an. Das Zentrum unterstützt Unternehmen dabei, digitale Lösungen und kreislauforientierte Ansätze besser einzuordnen und für die eigene Praxis nutzbar zu machen.
Ergänzt wurde der Austausch auf der Neo.Fashion.2026 durch individuelle Speed-Coachings. Für Nachwuchstalente bot dieses Format die Möglichkeit, direktes Feedback zur Präsentation ihrer Modekollektion zu erhalten. Auch darin steckt ein wichtiger Transfergedanke: Gute Ideen brauchen nicht nur technologische oder gestalterische Qualität, sondern auch eine verständliche Geschichte, klare Kommunikation und den Austausch mit anderen Playern.
In Kooperation mit Tex Started stärkt das Mittelstand-Digital Zentrum Smarte Kreisläufe solche Verbindungen weiter. Tex Started bringt den Zugang zu Startups, Innovationsimpulsen und passenden Kontakten aus der Textil- und Modebranche ein. Ein konkretes Angebot dafür ist Pitch & Connect: Das Format unterstützt Unternehmen dabei, aus einem Interesse oder einer Herausforderung passende Innovationsansätze abzuleiten und gezielt mit Startups oder Forschungspartnern in Kontakt zu kommen.