Wie smarte Textilbänder das Arbeitsleben gesünder machen
Werden sensorische bzw. leitfähige Garne während des Herstellungsprozesses von Bändern integriert, entstehen textilbasierte Sensoren (E-Textiles) deren Funktion z. B. zur Druckerfassung, als Heizung oder als Näherungsschalter eingesetzt werden kann.
Das Mittelstand-Digital Zentrum Smarte Kreisläufe und das Mittelstand-Digital Zentrum Ländliche Regionen haben in einem gemeinsamen Projekt daran gearbeitet, die notwendigen Spezifikationen für den Einsatz sensorischer elastischer Bänder in der betrieblichen Gesundheitsförderung zu ermitteln und basierend darauf ein Demonstrator aufzusetzen. Im Fokus standen Anwendungen für Beschäftigte in Industriebetrieben, die lange stehen und durch gezielte Dehnübungen an einem Hängetrainer ihre gesunde Körperhaltung unterstützen möchten.
Die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF), Partner des Mittelstand-Digital Zentrums Smarte Kreisläufe, erforschen und arbeiten an textilintegrierten und textilbasierten Sensoren und Aktoren. In einem ersten Schritt wurden die Anforderungen an die Festigkeit der textilen Bänder definiert, die im Anschluss von der Bandweberei Schanz entsprechend hergestellt wurden. Danach wurden die elastischen Bänder an den DITF mit Elektronik kontaktiert und programmiert, damit Dehnungen erfasst und per Bluetooth übermittelt werden. Die Funktionalität der Bänder konnte erfolgreich getestet werden.
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Im Anschluss wurden von den Projektpartnern alle benötigten Teile zu zwei Demonstratoren zusammengebaut. Einer davon ist ein gamifiziertes Trainingsband, das die Körperhaltung verbessern und die Muskulatur stärken soll. Der andere Demonstrator ist ein Hängetrainer, der von der Innovationsmanufaktur GmbH aufgebaut wurde.
Die Qualitätsanforderungen an E-Textiles sind sehr hoch. Für ein marktreifes Produkt sind ausreichend Zeit und Tests nötig, um z. B. Dauerbelastbarkeit zu prüfen und sonstige produktnahe Forschung betreiben zu können. Dennoch konnte mit dem Trainingsband an einem Messetag auf der Messe A+A – der internationalen Fachmesse für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit – präsentiert werden, dass das sensorische Band als Steuerung eines Spiels genutzt werden kann, was die Spieler zur Durchführung von gesundheitsfördernden Übungen anregte.
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Die erzielten Projektergebnisse unterstützen den Bereich soziale Nachhaltigkeit. Mittels spielerischer Trainingseinheiten, die leicht auch in Produktionsbetrieben durchzuführen sind, können Beschäftigte leichter und regelmäßiger etwas für ihre Gesundheit tun und psychische wie körperliche Belastungen bei der Arbeit ausgleichen. So bleiben die Menschen gesünder und leistungsfähiger, was ebenfalls zu einer Senkung der Krankheitskosten führt. Wirtschaftlichkeit beginnt mit Gesundheit – für Menschen wie für Unternehmen.
Den Projektflyer zum Nachlesen finden Sie hier.
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